Hausnotrufsysteme als Lebensretter

16. Juni 2026

Hausnotrufsysteme als Lebensretter

„Meine Kinder haben mich zum Hausnotruf überredet falls mal etwas passiert, weil die in Achim
wohnen und ich in Verden. Ich dachte immer der Hausnotruf ist etwas für sehr alte Menschen,
denen es nicht mehr so gut geht und die auf Knopfdruck mit etwas zeitlichem Abstand ständig
Unterstützung von einer Hilfsorganisation benötigen. Ich habe den Hausnotruf in den ersten 4,5
Jahren nie in Anspruch nehmen müssen und ihn als Ersatzfamilie auf Knopfdruck verstanden,
wenn die echte Familie mal nicht helfen kann.“, berichtet Foline B., während sie sich an den
Moment erinnert, der ihre Meinung zum Hausnotruf veränderte.
Foline B. wird im Oktober 75 Jahre alt. Sie rutschte im Januar im Badezimmer aus. Sie schlug
mit dem Kopf auf den Porzellanrand ihrer Badewanne. Es war sofort überall Blut. In der Hüfte
hatte sie stärkste Schmerzen. Sie konnte sich nicht mehr bewegen. Plötzlich einsetzender
Schwindel lässt sie komplett in Panik verfallen. Die ersten Sekunden fühlten sich wie Stunden
an. Sie konnte nicht mehr klar denken. „Ich war in allergrößter Panik. Ich konnte nicht begreifen,
wo das viele Blut herkam und fasste mir immer wieder an den Kopf. Dabei habe ich an meinem
Handgelenk den roten Knopf gesehen und gedrückt. Ich erinnere mich, dass sofort eine
Stimme im Raum war. Wie aus dem Nichts standen plötzlich vier Personen aus dem
Rettungsdienst um mich herum und haben mich medizinisch versorgt. Ich war noch nie so froh,
fremde Menschen zu sehen.“, erinnert sich Foline B.
„Der Ruf des Hausnotrufsystems ist in der Gesellschaft größtenteils tatsächlich immer noch so
verankert, wie ihn auch Frau B. bis zu ihrem Unfall eingeordnet hat. Das erleben wir Woche für
Woche in persönlichen Beratungen zum Hausnotruf. Es geht eben nicht darum, dass man den
Hausnotruf ständig nutzen soll oder muss, sondern, dass er sofort die adäquate Hilfe alarmiert,
die Hausnotrufteilnehmende in einer plötzlichen Notfallsituation benötigen. Das kann unser
Team des Hausnotrufs sein oder aber, wie im Falle von Frau B., der Rettungswagen und der
Notarzt, die ein Menschenleben retten., erklärt Jessica Böse, Team Hausnotruf DRK im
Landkreis Verden.
Das Statitische Bundesamt berichtet von rund 3 Millionen Unfällen pro Jahr im Haushalt oder
auf dem eigenen Grundstück. Das ist mehr als im Straßenverkehr. Übrige Notfälle ereignen sich
zum großen Teil ebenfalls zu Hause. Ein Drittel aller Menschen zwischen 65 und 79 Jahren
stürzt einmal im Jahr. Jeder 15. Sturz führt zu ernsthaften Verletzungen, die einen
Krankenhausaufenthalt und notfallmedizinische Hilfe erforderlich machen.
Für Fragen zum Hausnotruf steht das Deutsche Rote Kreuz im Landkreis Verden telefonisch
und per Mail zur Verfügung: Vorname Nachname, 04231-9245 15 und hausnotruf@rotkreuzverden.
de.

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