DRK baut PSNV aus – Interessierte gesucht

Ob Familie, Freunde, Nachbarn oder Augenzeugen – jeder Mensch kann durch ein plötzliches Notfallereignis von einer Sekunde auf die andere in eine Situation geraten, in der er psychisch überfordert ist. Häufig handelt es sich dabei nicht um spektakuläre Großschadenslagen oder schwere Verkehrsunfälle, sondern um Ereignisse im privaten Umfeld, die für die Öffentlichkeit kaum sichtbar sind.

Ein plötzlich und völlig unerwartet verstorbenes Familienmitglied, mit dem man kurz zuvor noch gesprochen hat, kann beispielsweise eine Situation sein, in der Menschen dringend psychische Unterstützung benötigen. In solchen Momenten begleitet die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) Betroffene unmittelbar nach dem Ereignis und hilft ihnen, die ersten Stunden einer Extremsituation zu bewältigen.

Der DRK-Kreisverband Nienburg/Weser ist bereits seit vielen Jahren in der psychosozialen Notfallversorgung für Betroffene tätig und verfügt über umfangreiche Erfahrung auf diesem Gebiet. Mit dem DRK Kreisverband Verden wurde nun eine Kooperation vereinbart. Ziel ist es, das fachliche Know-how aus Nienburg zu nutzen und gemeinsam eine leistungsfähige Struktur für die Region aufzubauen.

„Die Zusammenarbeit hat den großen Vorteil, dass wir bei dieser zeitlich eher unkritischen Einsatzkomponente auch mit einer geringeren Personalstärke im Ehrenamt für beide Kreisverbände eine 24/7-Verfügbarkeit auf hohem Niveau gewährleisten können“, erklärt Dirk Westermann, Geschäftsführer des DRK Kreisverbandes Verden.

Auch auf Landesebene gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung: In Niedersachsen ist derzeit ein spezifisches Gesetz zur psychosozialen Notfallversorgung in Planung. Dieses soll künftig Strukturen, Qualitätssicherung, Alarmierung sowie die Ausbildung von PSNVEinsatzkräften verbindlich regeln.

Für den weiteren Aufbau der Einheit sucht das DRK engagierte Ehrenamtliche. Gesucht werden sowohl Menschen, die ihre Stärken in der Organisation der Einheit sehen, als auch Personen, die Betroffene mit Empathie, Ruhe und Gesprächen unterstützen können.

„Selbstverständlich bilden wir alle Ehrenamtlichen aus, statten sie aus und stellen Einsatzfahrzeuge zur Verfügung“, so Westermann. „Am liebsten bereits unter den zukünftigen Rahmenbedingungen des geplanten PSNV-Gesetzes.“

Um Interessierten einen Einblick in die Arbeit der psychosozialen Notfallversorgung zu geben, lädt das DRK zu zwei Informationsabenden ein:

  • 15. April, 18:00 Uhr – DRK Zentrum Achim, Bahnhofstraße 31 in Achim

  • 20. April, 18:00 Uhr – DRK Zentrum Verden, Lindhooper Straße 57 in Verden

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich über Aufgaben, Ausbildung und Möglichkeiten des Engagements zu informieren.