Großer Zuspruch für Erste-Hilfe-Partys

12. Februar 2019

Großer Zuspruch für Erste-Hilfe-Partys

Seit mittlerweile einem Jahr bietet das Deutsche Rote Kreuz im Landkreis Verden Erste-Hilfe-Partys an. Die große Nachfrage in den vergangenen Monaten hat selbst die Organisatoren überrascht.

Party mit Lerneffekt. Es war ein Pilotprojekt in ganz Niedersachsen, mit dem der Verdener Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vor ziemlich genau einem Jahr an den Start ging: die sogenannten Erste-Hilfe-Partys. Die Idee dahinter war, wie berichtet, dass Erste-Hilfe-Ausbilder des DRK-Kreisverbandes zu den Menschen nach Hause kommen und sie dort in lockerer Atmosphäre zu den unterschiedlichsten Themen schulen sollten. Heute, gut zwölf Monate nach der ersten Party dieser Art, kann das DRK zweifelsfrei sagen, dass sich der Pioniergeist damals gelohnt hat.

Das Angebot habe sich im Landkreis Verden sehr schnell herumgesprochen und werde mittlerweile so häufig nachgefragt, dass der Kreisverband gegenwärtig nicht allen Anfragen nachkommen kann, heißt es vom DRK. „Vor einem Jahr haben wir die Erste-Hilfe-Party aufgrund der Nachfrage von Bürgern nach individuellen und maßgeschneiderten Erste-Hilfe-Angeboten in unser Angebotsportfolio aufgenommen, weil wir von dem Format überzeugt waren und sind“, sagt Jan Wille, Leite der Erste-Hilfe-Ausbildung.

Zu wenig Ausbilder

Die Bestätigung dafür haben sie nun in den vergangenen Monaten bekommen. Aktuell gebe es etwa fünf Anfragen im Monat, Tendenz steigend. „Für die große Anzahl an Anfragen nach Erste-Hilfe-Partys haben wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht einmal ausreichend Ausbilder im Team“, sagt Wille. „Aufgrund dieser Tatsache sind wir aktuell in der Akquise von Ehrenamtlichen.“

Die Erste-Hilfe-Partys haben bei den Menschen im Landkreis – aber auch darüber hinaus – offenbar einen Nerv getroffen. Nachfragen erreichen die Ausbilder nach Angaben des DRK nämlich auch aus anderen Landkreisen. „Der Großteil der Anfragen kommt aktuell aus dem Privatbereich – vor allem bezüglich der Versorgung von Säuglingen und Kleinkindern“, berichtet Wille. Geübt werde in diesem Fall nicht an Schulungspuppen, sondern an den eigenen Kindern. „Es kommt immer häufiger vor, dass etwa komplette Geburtsvorbereitungskurse nach der Geburt ihrer Kinder mit etwas zeitlichem Abstand eine Erste-Hilfe-Party mit ihren Kindern bei uns buchen.“ Aber auch Firmen und Vereine zeigten Interesse an dem Angebot. Einige Firmen seien beispielsweise schon dabei, mit dem DRK Verden eine feste Kooperation zu schließen.

Kursus über drei Stunden

Die Idee war damals entstanden, weil die Mitarbeiter beim DRK schon seit längerer Zeit gemerkt hatte, dass das Interesse an Erste-Hilfe-Kursen sehr groß war, viele aber aufgrund von beruflichen und privaten Verpflichtungen nicht genügend Zeit hatten, einen kompletten Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren. Bei den Erste-Hilfe-Partys sind die Ausbilder indes lediglich zwei bi drei Stunden vor Ort und die Themen, die in dieser Zeit behandelt werden sollen, können von den Teilnehmern komplett selbst bestimmt werden. „Aufgrund der Tatsache, dass die Teilnehmer ein konkretes Handlungsfeld haben, ist das Interesse sehr groß und der Kurs kurzweilig“, kann Jan Wille selbst aus eigener Erfahrung sagen.

Von dem Erfolg des Pilotprojekts wurden die Verantwortlichen selbst allerdings auch ein bisschen überrascht. „Wir wollten eigentlich parallel zu den ersten Anfragen unser Ausbilderteam verstärken“, sagt Wille. Dies gelang zwar punktuell, aber nicht in dem Maße wie Kurse nachgefragt wurden. „Das müssen wir jetzt unbedingt justieren“, kündigt der Ausbildungsleiter an.

Ausführliche Informationen zu den Erste-Hilfe-Partys gibt es für interessierte Teilnehmer beim DRK Kreisverband Verden telefonisch unter der Telefonnummer 04231/ 92450, per E-Mail an info@rotkreuz-verden.de oder auch im Internet unter www.drkkv-verden.de. Der Ort, die Zeit und der gewünschte Umfang einer Erste-Hilfe-Party werden individuell mit den zuständigen Sachbearbeitern in der DRK-Kreisgeschäftsstelle abgeklärt. Die Kosten gestalten sich individuell zur Themen- und Zeitwahl des Gastgebers.

Quelle: Achimer Kurier | Elina Hoepken | 10.02.2019